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Beschäftigung und Wohlstand sichern
 
gehalten von Simon Reimer
Vorsitzender des Vereins Bremer Spediteure
vor Gästen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft
anlässlich der Ordentlichen Mitgliederversammlung
am 13. April 2011 im World Trade Center Bremen

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Dr. Grube,
liebe Gäste,

im Krisenjahr 2009 ging das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland um 4,7 Prozent zurück.

In der ersten Jahreshälfte des Jahres 2010 war schon eine Belebung der Wirtschaft zu spüren. In der zweiten Jahreshälfte beschleunigte sich der wirtschaftliche Aufschwung deutlich. Im gesamten Jahr stieg das Bruttoinlandsprodukt um 3,6 Prozent an. Damit ist das Vorkrisenniveau zwar noch nicht erreicht, aber die Richtung stimmt.

Wir Spediteure bedienen eine abgeleitete, eine „derivative“ Nachfrage. Nur dort, wo gehandelt, verkauft und gekauft wird, werden Transporte nachgefragt. Bei rückläufigem Konsum und Außenhandel sinkt die Nachfrage nach Speditionsleistungen überdurchschnittlich. Bei steigendem Bruttoinlandsprodukt steigt die Nachfrage nach Speditionsleistungen ebenso überdurchschnittlich an.

Davon haben im Jahre 2010 auch die Speditions- und Logistikunternehmen im Lande Bremen profitiert. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt; die Auslastung der Unternehmen ist gut.

Aber: Das Preisniveau ist noch völlig unzureichend. Die Ansprüche der Kundschaft an Service, Beratung und allumfassender Betreuung steigen. Der Aufwand, den ein Spediteur betreiben muss, um seine Kunden zufrieden zu stellen, ist teilweise sehr hoch. Spediteure erfüllen die Wünsche ihrer Kunden gerne. Dafür sind sie da. Dafür sind allerdings auch leistungsgerechte Entgelte erforderlich.

Spediteure tragen dafür Sorge, dass die Waren ihrer Kunden ihr Ziel zuverlässig, sicher, schnell und günstig erreichen. Zunehmend fragen die Kunden aus Industrie und Handel auch nach möglichst umweltschonenden Transportwegen.

Die Spedition ist verkehrsträgerneutral. Sie hat keine Präferenz für den einen oder anderen Verkehrsträger. Sie nutzen alle Verkehrsträger: die Straße, die Schiene, die Luft, die Binnenwasserstraßen – und an einem Hafenstandort wie Bremen – selbstverständlich die See.

Das Verkehrsmittel, das für die Anforderungen der Kundschaft am ehesten geeignet ist, wird eingesetzt. Es ist genau die Aufgabe der Spedition, die spezifischen Systemvorteile der verschiedenen Verkehrsträger miteinander zu verknüpfen.

Heute steht die Bahn im Fokus. Sehr geehrter Herr Dr. Grube, wir freuen uns schon sehr auf Ihren Vortrag in wenigen Minuten.

Der Hafen- und Logistikstandort Bremen verbindet alle Verkehrsträger. 115.000 Erwerbstätige beschäftigt die Logistikregion in Nordwestdeutschland, mit indirekten Effekten sind es sogar 143.000 Beschäftigte. Bremen hat den zweitgrößten Universalhafen in Deutschland und den viertgrößten Containerhafen an der Nordwestküste Europas. Bremen ist ein Zentrum der maritimen Wirtschaft, der Logistik und des Verkehrs.

Die Erreichbarkeit Bremens und seiner Häfen sind für die Bremer Wirtschaft und damit für die Arbeitsplätze von herausragender Bedeutung. Zu den wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen in der Region zählt die Fertigstellung der A 281 mit Vollendung des Autobahnringschlusses um Bremen. Die Vertiefung der Außen- und Unterweser sollte noch in diesem Jahr begonnen und abgeschlossen werden.

Die Bahnkapazitäten müssen dem steigenden Güteraufkommen angepasst werden. Dazu gehören der Ausbau des Bahnknotens Bremen, mit Blick auf den Containerterminal Wilhelmshaven und seiner Inbetriebnahme am 5. August 2012, die Ertüchtigung der Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven, die Y-Trasse und perspektivisch die Planung einer Güterumgehungsbahn für Bremen.

Sehr geehrter Herr Dr. Grube, Sie sehen, die Bahn liegt den Spediteuren sehr am Herzen. Es ist eben nicht so, dass die Spedition alleine auf den Lkw setzt. Mitnichten! Gerade Bremen gilt als klassischer Eisenbahnhafen. Die landseitige Bedienung und die Abfuhr der Container zu und von den Seehäfen erfolgt zu über 40 Prozent auf der Schiene. Die Seehafenverkehrswirtschaft Bremens und ihre Spediteure sind auf eine leistungsfähige Anbindung ihrer Häfen auf der Schiene angewiesen.

Auch der Ausbau der Cherbourger Straße in Bremerhaven ist dringend erforderlich, um die Erreichbarkeit der Überseehäfen zu gewährleisten. Die Realisierung der Küstenautobahn A 20 hat für die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region im Nordwesten eine herausragende Bedeutung.

Und in Bremen selbst müssen die Magistralen einen adäquaten Verkehrsfluss gewährleisten.

Bremen und seine Bürger leben von und mit der Wirtschaft. Das Wirtschaftsleben ist die Quelle für Arbeitsplätze, Wohlstand, Steuereinnahmen und soziale Gerechtigkeit. Eine künstliche Trennung zwischen vermeintlichen „Partikularinteressen“ der Wirtschaft und wohlgemeintem Umweltschutz darf es nicht geben.

Wir alle sind Wirtschaft!

Das eigentliche Kapital in den Speditionsunternehmen sind die Mitarbeiter. Ihre Fachkenntnisse, Marktkenntnisse, ihre Erfahrung, ihr Engagement und ihre Kundennähe machen eine Spedition zu dem, was sie ist: ein hochkompetentes Dienstleistungsunternehmen für die Industrie und den Handel.

Seit über 30 Jahren hat die Spedition eine Ausbildungsquote von 15 bis 20 Prozent, gemessen an der Zahl der kaufmännischen Mitarbeiter.

Im Bundesgebiet liegt der Anteil der angehenden Speditionskaufleute über alle Ausbildungsberufe hinweg unter ein Prozent. In Bremen machen die angehenden Speditionskaufleute zwischen drei und vier Prozent aller Auszubildenden aus.

Auch im Jahre 2010 konnten wieder über 200 Ausbildungsplätze angeboten und besetzt werden.

Zum August dieses Jahres wird an der Berufsschule für den Großhandel, Außenhandel und Verkehr eine neue „Einjährige Höhere Handelsschule Logistik“ eingerichtet. Schulabgänger mit Mittlerer Reife werden in diesem neuen Bildungsgang ein Jahr gezielt auf eine Ausbildung in der Logistik oder der Schifffahrt vorbereitet. Ausgestattet mit einem Vorvertrag werden die Schüler im Anschluss eine zweieinhalbjährige Ausbildung zum Kaufmann oder Kauffrau für Spedition und Logistik oder zum Schifffahrtskaufmann beziehungsweise zur Kauffrau machen.

Mit der neuen Einjährigen Höheren Handelsschule Logistik solle noch mehr junge Leute an die Logistik herangeführt werden.

Bewährt hat sich das Bremer Institut für Handel und Verkehr - BIHV. Dieses Institut bietet Abiturienten, die eine dreijährige Ausbildung in der Spedition oder der Schifffahrt machen, ein ausbildungsbegleitendes Betriebswirtstudium, in dem viele Zusatzqualifikationen vermittelt werden. Seit fast zehn Jahren gibt es mittlerweile das BIHV. Das Studium an dem BIHV eröffnet jungen Leuten sehr gute Karrierechancen in der Logistik.

Sehr geehrte Damen und Herren, Sie sehen, die Ausbildung junger Menschen liegt dem bremischen Speditionsgewerbe sehr am Herzen. Die Spediteure sind auf qualifizierte Nachwuchskräfte angewiesen.

Und damit komme ich zu einem Höhepunkt der heutigen Veranstaltung: Der Würdigung der besten Auszubildenden, die ihre Ausbildung im letzten Sommer und in diesem Winter abgeschlossen haben.

Sehr geehrte Damen und Herren, haben Sie vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

Gewürdigt werden:

 

1. Platz:           Herrn Martin Gerdes / Dachser GmbH & Co. KG
2. Platz:           Herrn Nils Lüllmann / DSV Air & Sea GmbH
3. Platz:           Herrn Carsten Sommer / Lexzau, Scharbau GmbH & Co. K
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